Mentale Techniken beim Coaching: 3) kinesthetisch

von Dagmar Nieß

In diesem dritten Blogbeitrag geht es um die Veränderung von Gefühlen.

 

Gefühle können uns einerseits motivieren und zu Höchstleistung bringen, andererseits können sie uns auch hindern etwas zu tun, was gut für uns wäre.

 

Wie können wir daher auf negative, hinderliche oder blockierende Gefühle Einfluss nehmen, um etwas tun zu können, was wir uns nicht zutrauen? Wir können sie zum Beispiel dadurch abschwächen oder sogar aufheben, indem wir das, was wir erreichen wollen,  mehrfach erfolgreich üben. Unsere positiven Gefühle, unser Selbstwert und unsere Überzeugungskraft steigen und die Blockade verringert sich entsprechend.

 

Aber Achtung:

Für kurzfristige, nicht veränderbare negative Situationen kann das sehr hilfreich sein. Allerdings soll das nicht heißen, dass man sich alles schön denken soll und nichts mehr in der Wirklichkeit an Verbesserungen oder Veränderungen vornimmt.   


Enge in der Brust

Aus einem Coaching : Die Klientin war seit  1 Jahr als Personalreferentin in einem Dienstleistungsunternehmen tätig. Seit einiger Zeit beschäftigte sie der Wunsch, in der Gesprächsführung  besser zu werden, besonders in Bezug auf Personalgespräche.  Sie hatte schon einen günstigen Bildungsurlaub zu diesem Thema gefunden. Sie wusste allerdings auch , wie ihr Chef über Bildungsurlaube dachte. Immer wieder redete sie sich ein, dass sie ihn erst gar nicht ansprechen brauchte. Nie würde sie von ihm eine Bewilligung hierfür erhalten. Bei dem Gedanken an das Gespräch hatte sie immer das Gefühl einer Enge in der Brust. 

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Train your Brain - störende Gefühle verändern

"Die Übung macht den Meister"

Die Frage war jetzt, war dem wirklich so oder gab  es doch eine  Chance? 

Die Klientin willigte ein, das Gespräch mit Ihrem Chef  mal auszuprobieren. In der ersten Runde saß sie in sich gesunken auf  dem Stuhl, die Stimme war zaghaft, sie sprach stockend und fühlte eine Enge in der Brust, die sie nicht richtig atmen ließ. Sie merkte schnell, dass sie so ihr Anliegen nicht überzeugend rüber bringen konnte. 

Also arbeiteten wir an einer aufrechten Sitz- und Kopfhaltung und übten eine Atmung, die das Gefühl einer weiten Brust  hervorrief. Auch der zu sprechende Text wurde von ihr  vorformuliert. Als weitere, gute Ressource erinnerte sie sich an ein ganz leicht geführtes Gespräch mit ihrer Freundin.

So gerüstet ging es in die zweite und dritte Runde. Immer wieder wurden Kleinigkeiten verbessert, um kraftvoll und überzeugend zu wirken. Nach der vierten Runde wollte die Klientin das Gespräch mit ihrem Chef jetzt führen und war davon überzeugt, dass es vielleicht doch eine Chance gab.

 

Kaum zu glauben und doch wahr: Eine Woche später genehmigte ihr Chef den Bildungsurlaub!

 

"Verändert ein Mensch seine Wahrnehmung, verändert sich die Welt."        Paul Watzlawick


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